Der Procotphantasmist
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Medien
Die Macht der medialen Infrastrukturbetreiber
oder
Der Fluch der Privatisierung von Infrastruktur
1. Februar 2019 - Fortschreitende Vernichtung des Qualitätsjournalismus

Deutschlandradio (*) meldete vor kurzem, dass Unitymedia, bekannter Kabelnetzbetreiber, am 22.01.2019 die Verbreitung von Deutschlandradio-Programmen in Baden-Württemberg, Hessen und Nordrhein-Westfalen einstellt.

Die Programme werden dort nur noch über DAB+, UKW, DVB-S, Onlinestream oder über die DFL-Audiothek-App angeboten. Damit wird das Deutschlandradioangebot in der Fläche noch mehr eingeschränkt, zumal auch UKW keine Zukunft mehr hat. Die Flächenversorgung ist spätestens seit Ende 2015 nicht mehr gegeben, seit sowohl das Langwellenangebot als auch kurze Zeit später das Mittelwellenangebot eingestellt wurden.

Die Begründungen klingen wie Hohn. Diese Entwicklung sei der zunehmenden Digitalisierung des Hörfunks und der abnehmenden Nutzung der überlieferten Technik geschuldet.

Radio

Jeder, der bei langen Autofahrten DLF hören konnte, ohne auf 1000 km den Senderknopf nachstellen zu müssen, stets von aktuellen und gut recherchierten Hintergrundberichten und Reportagen versorgt wurde, mehr als acht Minuten halbstündlich Nachrichten hören konnte und - im Auto auf Langstrecken unverzichtbar - überregionale Verkehrsmeldungen hören konnte, weiß, was nun verloren ist.

Ich selbst schätze es sehr, wenn ich auf einer Fahrt von Zürich über Ingolstadt nach Hamburg bereits in St. Gallen über die Verkehrslage informiert war und im 30-Minutentakt die Entwicklung verfolgen konnte.

DAB+ im Auto? Gar Internet im Auto? Gerade Deutschlandfunk ist in Bayern auf UKW und auch über DAB+ nicht sehr stark vertreten. Und, nein, bitte keine dauerdudelnde "Lokalsender", wenn ich zehn oder mehr Stunden am Steuer sitze! Ich schätze es auch sehr, wenn ich mal eine länderunabhängige Berichterstattung ohne Pseudodialekte, ständige Werbeeinblendungen und Selbstdarstellungsorgien hören kann.

In unserer übersatten Selbstgefälligkeit wissen wir gar nicht, was wir anrichten und wem wir den Boden bereiten - wieder mal.

Quelle: https://www.deutschlandradio.de/wichtige-informationen-zum-empfang.3859.de.html